Casino Royal – Filmreview

Casino Royal Review

Neulich wurde ich durch einen aufholenden Banner auf eine Online Casino Seite geleitet. Ich habe mir das dort ein wenig angeschaut, und musste plötzlich an Casino Royal denken. Den Film musste ich mir unbedingt mal wieder ansehen, sodass ich mich dazu entschloss, dazu doch einfach mal eine Review zu schreiben.

Hier ist sie nun:

Ich kann mir schon vorstellen, was ihr denkt: „Komm, hau ab mit dem ollen James Bond Film. Den Craig kann ich eh nicht ab!“ – Die wohl spannendste Szene in „Casino Royale“ mit Herrn Craig in der Rolle des James Bond, war wohl das Pokerspiel, in dem er gegen seinen Erzfeind antrat. Gespielt wurde das „klassische“ Texas Holdem. Allerdings eine kleine Abweichung zum Roman, denn eigentlich wurde hier „Chemin de Fer“ gespielt, das dem Baccarat ähnelt. In der Szene war die Lange so angespannt, wie ein Band aus Gummi, doch Bond behielt die Nerven und zog seine Gegner beinahe bis auf`s letzte Hemd aus und erntete einen sagenhaften Gewinn von 115 Millionen US Geldeinheiten. Vermutlich der Traum eines jeden Online Poker Spielers. Doch hier geht es weder um Bonds Poker-Fähigkeiten, noch um diesen speziellen Bond-Film (denn die „Neuverfilmung“ mit Craig wir und ist eigentlich eher enttäuschend). Hier möchte ich euch kurz über den einzig wahren „Casino Royale“ aus dem Jahr 1967, mit dem einzigartig David Niven in der Hauptrolle, erzählen.

Auch wenn es sich hierbei auch um einen Bond Film handelt, kann ich euch versichern, dass man sich diesen Streifen auch dann ansehen kann, wenn man mit Agentenkram nichts am Hut hat. Casino Royale war zwar das erste Buch, das In Flemming 1953 im Zuge der 007-Reihe veröffentlichte, doch Produzent Charles Feldman, der sich für äußerst günstiges Geld die Filmrechte holen konnte, plante aus dem Stoff eine Parodie zu kreieren. So kam es, dass Saltzman und Broccoli erst mit „Dr No“ durchstarteten.

Casino Royale handelt von James Bond, der auf eine lange Agentenkarriere zurückblicken kann und nun seinen verdienten Ruhestand genießen möchte. Doch zu früh gefreut. Die Geheimorganisation SMERSH hat es sich in den Kopf gesetzt, alle Agenten der führenden Großmächte zu eliminieren. Zu viele gute (und weniger erfolgreiche) Schnüffler, haben schon ihr Leben verloren. Den Chefs der Geheimdienstorganisationen bleibt nun also nichts anderes übrig, als James Bond, den fähigsten Agenten aller Zeiten, zu bitten, wieder in den aktiven Dienst einzutreten, denn selbst die blödsinnigsten Gadgets des irrsinnigen Waffenmeisters Q, konnten keinen Erfolg mehr garantieren. Bond ziert sich noch, da er wegen all dem Agentenmist die Liebe seines Lebens verloren hatte: Mata Hari. Nur sein Herrenhaus ist sein letztes Glück im Leben und von dort bekommt ihn keiner mehr weg (außer ein Bombenangriff der Briten vielleicht). Ein wenig Überzeugungsarbeit später und es beginnt der wohl abgefahrenste und definitiv verwirrenste Bond Film, den es je zu sehen gab. Aus spoilertechnischen Gründen, sollte dies auch erstmal reichen.

Dass Casino Royale so verwirrend ist, mag auch in der etwas turbulenten Produktion liegen. Gleich 5 Regisseure mischten mit und der schlaue Spruch „zu viele Köche verderben den Brei“, wäre dem Projekt beinahe zum Verhängnis geworden. Ewig wurden Änderungen am Drehbuch vorgenommen und auch die Schauspieler und Regisseure, waren sich nicht immer ganz grün. Damit aber nicht genug. Produzent Feldman hatte zudem auch mit Streitigkeiten unter den Schauspielern zu kämpfen. Woody Allen und Peter Sellers gingen sich zu gerne an die Gurgel und letztendlich musste Sellers gefeuert werden, um überhaupt (wenn auch mit einer längeren und kostspieligen Verzögerung) doch noch zum Ende zu kommen. Eigentlich hätte man den Film besser begraben sollen, doch Feldman nahm das vorhandene Material und schnippelte damit dann doch noch einen fertigen Film zusammen. Dabei hätte er sich viel Zeit und Ärger und Chaos zwischen den verfeindeten Schauspielern ersparen können, hätte er Sean Connery engagiert, doch Feldman empfand die Gage von einer Million USD doch ein wenig zum überzogen. Im Nachhinein bereute er seine Entscheidung.

Tragischerweise, wurde der Film von den Kritikern nur so zerrissen und das obwohl der Erfolg in den Kinos gar nicht mal so schlecht war (der Titelsong war sogar für den Oskar nominiert). Dennoch führte es dazu, dass niemand mehr Feldman, der 1968, also ein Jahr nach dem Desaster, verstarb, ein Filmprojekt anvertrauen wollte.

Falls ihr ulkig-schräge Komödien mögt, dann führt eigentlich kein Weg um Casino Royale herum. Auch wenn der Plot ein wenig verworren daher kommt, macht allein der smarte und unerreichte David Niven wieder wett. Casino Royale ist eine Achterbahnfahrt der frohen Gefühle, gemixt mit einer absurden Agentengeschichte und mit einem James Bond, den ihr noch nie so in einem Film erlebt habt.

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